Weihnachtsmuffel sterben nicht aus – auch nicht an Ostern
Weihnachtsmuffel sterben nicht aus, auch nicht an Ostern
Internationale Schutzorganisationen geben bekannt, das der Bestand der Weihnachtsmuffel nicht mehr als gefährdet gelten kann, da die Bestände in den letzten Jahren wieder stetig zugenommen haben.
Der Weihnachtsmuffel (Festus ignorantis) entpuppt sich meist Anfang Dezember. Seine Lebensdauer beträgt nur einen knappen Monat, bis zum 26. Dezember. Eine noch kürzere Lebensdauer, nämlich ein Tag, kann beim artverwandten Geburtstagsmuffel (Natalis ignorantis) beobachtet werden.
Das massenhafte Auftreten des Weihnachtsmuffels in den letzen Jahren ist nach Angaben von Wissenschaftlern mit dem verstärkten Angebot von Weihnachtsprodukten bereits im September vor der winterlichen Weihnachtszeit verbunden. Das Sortiment bei den einschlägig bekannten Discountern, Plus, Aldi, Lidl usw. wird dann dafür aber auch ab 02. Januar auf die Osterproduktion umgeräumt. Ein weiterer Faktor sollen häufig abgespielte Weihnachtslied-DVDs in der Endlosschleifen-Betriebsart sein. Eine schwedische Forschergruppe stellte bereits im vergangenen Jahr in einer Studie fest, dass übermäßiger Konsum von „Last Christmas” (Wham!) bei einem Großteil der Bevölkerung zu einem Verlust an Weihnachtsstimmung führen kann, vor allem, weil James Last nun wirklich sein Gnadenbrot verdient haben sollte.
Wer den scheuen Weihnachtsmuffel beobachten möchte, sollte fern von Weihnachtsmärkten und weihnachtlich geschmückten Einkaufsstraßen auf die Suche gehen. Der Weihnachtsmuffel beherrscht die Kunst der Tarnung, manchmal erkennt man ihn nur an einem unwillkürlichen Zittern bei auftretendem Glühweingeruch, an der auftretenden Panik beim Gebrauch des Wortes „Geschenk” oder am krampfhaft geschlossenen Mund beim gemeinschaftlichen Weihnachtlieder-Absingen.
Weihnachtsmuffel werden den Nützlingen zugeordnet, denn sie bewahren uns vor der weiteren Ausweitung der Weihnachtszeit bis in den Sommer hinein – dem (von Marktstrategen bereits geplantem) „Totalweihnachten” vom 01. Januar bis zum 31. Dezember jeden Jahres.
Auf der Frankfurter Messe „Christmasworld” sind sie Ende Januar unter den Plüschtieren, die zu Weihnachten in Schaufenstern vor den Kindern hin und her wackeln. Riesenenten. Sie jetten in durchsichtigen Badehosen-Overalls, plumpsen in weltweite Wässer. Die Enten haben Eulenaugen, schielen auf xmas.
Die Weihnachtsmuffel treffen sich alljährlich auf „Malle” und in den Niederungen unterhalb des Cruz de Tejeda, nämlich Maspalomas auf Gran Canaria, und in Los Gigantes auf Teneriffa, vereinzelt auch an der Playa de America und in Puerto de la Cruz beim Shoppen. Alle Tripper-Clipper der Lusthansa sind zu diesem Zeitpunkt ausverkauft und auch keine Bonusmeilen ergatterbar.
(Gefunden auf de.wikinews.org)
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